Evangelium-vom-Tag.de

Tägliche Betrachtung zu den liturgischen Tageslesungen.
(Ein kleines Projekt zur Neuevangelisierung - nicht nur im Jahr des Glaubens)
Das Angebot richtet sich an Menschen, die dem Wort Gottes eine angemessene, längere Zeit widmen möchten - es ist also kein schnelles "Mc-Evangelium" im "Fastfood-Trend", sondern will zu intensivem Betrachten anregen. Die Gedanken hier sind dabei nur anfanghafte Impulse zum tieferen Eintauchen in den Reichtum des Wortes Gottes.
Gottes Segen allen Besuchern.

Geplante Kommentare für das Kirchenjahr 2012/2013:
Wochentage Jahr I / Sonntage Lesejahr C (Sonntage werden nur sporadisch möglich sein),
Hochfeste aber in der Regel OHNE die Feste oder Heiligen bzw. Gedenktage. (mehr dazu siehe oben "Info zum Blog")
Hinweis: Zum Wochenende hin erscheinen die Betrachtungen meist erst im Laufe des Tages.
Auf der linken Seite finden Sie die Texte aus dem Schott-Messbuch (Klick auf das Evangeliar) bzw. auch täglich aktuell, wenn Sie auf das Wort "Schott-Messbuch" unter den Angaben der Tageslesungen klicken.
Es empfiehlt sich, den Text parallel in einem Fenster geöffnet zu haben, oder aber zumindest vorher zu lesen, um den Betrachtungen besser folgen zu können.

Dienstag, 21. Mai 2013

Pause

Verschiedene Umstände erfordern eine Pause bei Evangelium-vom-Tag.de

In der nächsten Zeit wird es vorerst leider nicht möglich sein, die Betrachtungsreihe vom Lesejahr I täglich weiter zu führen. 

Wenn wieder etwas mehr Ruhe und Zeit gegeben sind, folgen dann wieder Fortsetzungen. 
Einen festen Zeitpunkt gibt es jedoch noch nicht. Man wird sehen. 

Im Gebet und in der Mitfeier der täglichen Liturgie verbunden,
herzliche Segensgrüße, und eine gesegnete Zeit,

M. Voss 


Wer in der Zwischenzeit aber doch noch etwas lesen möchte, was ein wenig dem Stil von Evangelium-vom-Tag ähnelt, dem darf ich freimütig mein Buch über die Heilige Messe empfehlen.

Auch im Blick auf den Eucharistischen Kongress in Köln könnte es sicherlich eine Hilfe und eine Fundgrube für Impulse und neue Gedanken sein. 
Es würde mich freuen, wenn es zu einem tieferen Erleben und Mitfeiert der großartigen Liturgie dienen dürfte, die uns die Kirche schenkt.

Himmel auf Erden.
Augen des Herzens, die staunend erwachen. 

Wer eine Leseprobe sucht, findet einige Passagen HIER.




Samstag, 18. Mai 2013

7. Wo. Osterzeit - Samstag

Frei ist, wer allein an Gott gebunden 

Bild: Public domain:Jacek Andrzej Rossakiewicz,
The Prayer of Jesus, 1990 oil on canvas

7. Woche der Osterzeit - Samstag

1. Lesung:       Apg 28, 16-20.30-31
Antwortpsalm: Ps 11 (10), 4.5 u. 7 (R: vgl. 7b)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 21, 20-25
Direkt zum      Schott-Messbuch

Paulus ist in der heutigen Lesung bereits als Gefangener in Rom angekommen. Was für eine Geduld. Was für eine Fähigkeit in allem die Gnade zu sehen und heraus zu holen. Paulus ist zwar gefangen, darf jedoch in einer Mietwohnung wohnen und wir "nur" bewacht. Er betrachtet die Umstände positiv, "um der Hoffnung Israels willen" und trägt in diesem Sinn freiwillig die Fesseln. 
Paulus ist kein Klagender oder Anklagender, sondern ein Hoffnungsträger.
Sind wir Hoffnungsträger? 
Sind wir Hoffnungsträger für die Kirche, für das Evangelium Christi? 
Sind wir Hoffnungsträger für die Verkündigung der Erlösung?
Sind wir bereit, lieber uns selbst in "Fesseln" zu begeben und sogar Unrecht zu erfahren, ... aus Liebe zur Kirche Gottes, aus Liebe zu unseren Brüdern und Schwestern, unseren Hirten und Lehrern - weil uns die Liebe Gottes dazu antreibt?
Der Apostel sieht über den Augenblick hinaus und erhofft für sein Volk die Erlösung, die "Erkenntnis Christi", die Vollendung der Verheißung Gottes an seinem auserwählten Volk. Er sagt dazu an anderer Stelle: "Ja noch mehr: ich sehe alles als Verlust an, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles übertrifft. Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen." (Phil 3,8)
Zwei Jahre lang ist er in dieser seltsamen Lage in seiner "Mietwohnung": Gefangen und doch in Christus frei, gebunden und doch nicht gefesselt. Alle, die zu ihm kamen, nahm er auf und "er verkündete das Reich Gottes und trug ungehindert und mit allem Freimut die Lehre über Jesus Christus, den Herrn, vor." 
Das ist seine Freiheit, die ihm wichtig ist. Ist das auch die Freiheit, die wir im Alltag finden können, weil wir immer nach dem Auftrag Gottes ausblicken und jede Gelegenheit mit der ihr eigenen "Gnade des Augenblicks" nutzen?        

Freitag, 17. Mai 2013

7. Wo. der Osterzeit - Freitag

"Festus-Weisheit"

Grafik © Michaela Voss

7. Woche der Osterzeit - Freitag

1. Lesung:       Apg 25, 13-21
Antwortpsalm: Ps 103 (102), 1-2.11-12.19-20b (R: 19a)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 21, 1.15-19
Direkt zum      Schott-Messbuch

In der heutigen Lesung sehen wir, wie Paulus als "Überbleibsel" eines untentschlossenen Statthalters (Felix) einfach als Gefangener "weitergereicht" wurde. Die Betonung der korrekten Vorgehensweise der römischen Behörden steht hier entgegen der willkürlichen und offensichtlich auch nicht durchschaubaren Anklagen durch die jüdischen Verantwortlichen. "ich aber erwiderte ihnen, es sei bei den Römern nicht üblich, einen Menschen auszuliefern, bevor nicht der Angeklagte den Anklägern gegenübergestellt sei und Gelegenheit erhalten habe, sich gegen die Anschuldigungen zu verteidigen." Das ist eine Aussage, die doch nachdenklich machen will.
Wenn selbst eine weltliche Macht so viel Anstand und Rechtsverständnis besitzt, dass ein vorschnelles Urteil aufgrund von "Hören-Sagen" nicht anerkannt wird, wie viel mehr müsste dann dies im geistlichen Sinne gelten? 
Ist es nicht so, dass wir selbst uns gerne anmaßen, über Alles, Jeden und Jedes schnell zu urteilen, ohne uns ernsthaft und mit Klugheit zuerst einmal ein gesamtes Bild zu verschaffen und auch die Verteidigung zu erwägen?

"Im Zweifelsfall für den Angeklagten" - gilt das auch für unsere "geistlichen Richtersprüche" die uns - nebenbei gesagt - oft nicht einmal zustehen?
Es ist ein bemerkenswertes Wort, wenn wir vom Statthalter hören: "Da ich mich auf die Untersuchung dieser Dinge nicht verstand, fragte ich, ob er nach Jerusalem gehen wolle, um sich dort deswegen richten zu lassen." 
Hier spricht nicht der Heilige, der Apostel, sondern ein weiser Welt-Mann, von dem wir jedoch geistlich sehr viel lernen können. 

Können wir in innerer Größe die Demut (den Mut zur Wahrheit) aufbringen, in Erwägung zu ziehen, dass wir uns in vielen Situationen eigentlich "nicht auf die Untersuchung dieser Dinge verstehen" - und nachfragen müssten? 
Wie viele "Angeklagte" stehen im Laufe jeden Tages vor unserem Urteilsspruch? 

Donnerstag, 16. Mai 2013

7. Wo. Osterzeit - Donnerstag

Einheit in Gottes Namen 

7. Woche der Osterzeit - Donnerstag

1. Lesung:       Apg 22, 30; 23, 6-11
Antwortpsalm: Ps 16 (15), 2 u. 5.7-8.9-11a (R: vgl. 1)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 17, 20-26
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Die heutige Lesung ist hoch interessant, denn Paulus erweist sich als kluger Angeklagter. Wenn man bedenkt, dass er hier eigentlich vor Gericht steht und dass man ihm nach dem Leben trachtet, erstaunt doch, wie er agiert. 
Seine Verteidigung besteht weniger in einer direkten Verfechtung seiner persönlichen Rechte, als vielmehr in immer neuer Verkündigung und Nutzung jeder Gelegenheit, von der Auferstehung Christi Zeugnis abzulegen. 
Die Ankläger scheinen sich einig zu sein, solange sie ein gemeinsames Feindbild haben. In der Anklage Anderer finden sogar völlig zerstrittene Parteien zu einer "trauten Einigkeit", die jedoch nur solange aufrechterhalten werden kann, als es um Dinge geht, die nichts mit der eigenen Wirklichkeit zu tun haben. 
Das ist das blinde Prinzip vom steuerbaren Mob, der nur ein gemeinsames Feindbild braucht, um völlig haltlos loszustürzen und unkontrollierbar zerstörerisch in der Macht dieses zweifelhaften Bündnisses agiert. Schreckliche Beispiele sind hierfür etwa die Politik des 3. Reiches, die unterschiedlichste Fraktionen der Bevölkerung zu einer unfassbaren, blinden Grausamkeit vereinte. Auch das Mobbing in Schule und Beruf kennt solche Dynamiken, die unterschiedlichste Gruppen im Hass vereinen. 
Diese Eigendynamik lebt ganze aus dem Vorbild der Hölle - in Haß und Zerstörungswut, in Egoismus und Selbstverherrlichung, in ewigem Neid und grausamer Verkrümmung in sich selbst ... und die einzige Einigkeit besteht darin, dass man z.B. Gott und den heiligen Dienst in der Hingabe des ewigen "DU" mit tödlicher Gemeinsamkeit bekämpft.

Solange man nicht selbst in Frage steht, sondern andere in Frage stellen kann, besteht schnell eine dunkle, zerbrechliche Einigkeit in dieser Welt. Ob in Politik, Familie oder Kirche, ... überall ist dieses Phänomen zu beobachten. Solange man "gegen" Etwas oder Jemanden vorgehen kann, finden sich sogar dort Gemeinsamkeiten, wo sonst die vorhandenen Gegensätze kaum größer und trennender sein könnten. Sobald jedoch dann das "gemeinsame Feindbild" stürzt und der Blick in die eigenen Reihen geht, ist genau das Szenario vorprogrammiert, das wir heute in der Lesung sehen: Streit, Geschrei und wahre "Zerreißproben". 
Solange man z.B. gegen den Papst sein kann, fällt kaum auf, wie gespalten und zerstritten die "Individualisten" sind. 
Solange man "GEGEN" ... sein kann, ist kaum von Bedeutung, dass man selbst unlauter, hinterfragbar und gespalten ist. 

Mittwoch, 15. Mai 2013

7. Wo. Osterzeit - Mittwoch

Geheiligt im Wort 

7. Woche der Osterzeit - Mittwoch


1. Lesung:       Apg 20, 28-38
Antwortpsalm: Ps 68 (67), 29-30au. 30bu. 32b.33-34.35-36 (R: 33a.b)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 17, 6a.11b-19
Direkt zum      Schott-Messbuch

Paulus ist nicht "blauäugig" und seine innere Freiheit beruht nicht auf einem blinden, dümmlichen "Optimismus". In aller Klarheit stellt er sich der Realität, die ihn mit Schmerz erfüllt und sein Lebensopfer weit über den Augenblick hinaus einfordert. Er sieht, dass alles, wofür er sich bis zum Letzten eingesetzt hat, ... der Zerreißprobe von Irrlehre, Rebellion, Spaltung etc. preisgegeben sein wird. "Tag und Nacht, unter Tränen ..." und er weiß, dass dies nicht ausreicht, um die geliebten Brüder und Schwestern im Glauben völlig sicher bestärkt zu haben. Er ist sich bewusst, dass spätestens nach seinem Weggang, der im Plan Gottes liegt, schon bald die Kämpfe beginnen werden, in denen er in gewisser Weise völlig hilflos nicht mehr persönlich eingreifen kann. 

Wenn wir das mit unserem Leben, der Kirche, der Familie vergleichen, dann können wir schnell nachempfinden, was für ein Schwert da durch das Herz des Völkerapostels drang!
Wenn man alles gegeben hat, wenn man für die Kirche, die Gemeinde, für die Kinder, für die geliebten Menschen ... wirklich alles getan hat, was möglich war, ... und dann doch zuschauen muss, wie alles "den Bach hinunter" zu gehen scheint und es den zerstörerischen Einflüssen der Welt so leicht zu fallen scheint, einfach zu zerreißen, was wir mit dem Herzblut der Liebe gehegt und gepflegt haben, ... dann erahnen wir, wovon Paulus heute spricht.
Wie viele Eltern haben wie der Apostel ihren Kindern mit Hingabe und vielen unerkannten, verborgenen Opfern und Tränen im Herzen versucht, die Liebe zu Gott ins Herz zu pflanzen, ihnen die Maßstäbe Gottes zu vermitteln, ihnen eine Grundlage für ein gutes Leben mitzugeben! Und dann - dann müssen sie zusehen, wie die "Wölfe" des Konsums, der Spaßgesellschaft, des Mainstream, der verfallenden Moral und niedergehenden Kultur unserer Gesellschaft alles zerstören und es keine Schonung gibt.
Wie viele Priester haben wie der Apostel den ihnen anvertrauten Menschen unter größtem Einsatz, mit der Hingabe ihres ganzen Lebens ... das Evangelium verkündet, versucht, die Liebe zu Gott und den Sakramenten zu vermitteln, ... und müssen dann zusehen, wie man alles einstampft, alles zerredet, kritisiert und den "Wölfen" der modernen, weltgebundenen Meinungen unterwirft und die kostbare Gnade verspielt.
Wie viele Beispiele ließen sich hier finden. 
Paulus ist hier ein großartiger Lehrer, wenn es darum geht, mit der Realität der Freiheit der Menschen umzugehen. Wie es einem echten Apostel entspricht, blickt er im Herzen auf seinen Herrn und Meister und folgt Gottes Weisheit und Größe.
Er hat nicht schon vorher resigniert und gesagt, dass es sich doch dann kaum lohnen würde, die ganze Wahrheit zu verkünden, so viel Schmerz und Not auf sich zu nehmen, sich so vielen Gefahren und der Verfolgung auszusetzen. 

Dienstag, 14. Mai 2013

7. Wo. Osterzeit - Dienstag

Gott kennen - das ist ewiges Leben 

7. Woche der Osterzeit - Dienstag

1. Lesung:       Apg 20, 17-27
Antwortpsalm: Ps 68 (67), 10-11.20-21 (R: 33a.b)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 17, 1-11a
Direkt zum      Schott-Messbuch

In großer Dichte und Fülle offenbart Paulus in den Worten der heutigen Lesung Weisheiten, die auch für unser geistliches Leben wichtig sind. 
Es hört sich in unseren Ohren vielleicht in manchen Punkten etwas befremdlich an, wenn er bezeugt, wie er gedient hat. Paulus sagt: "Ihr wisst, wie ich vom ersten Tag an, ... dem Herrn in aller Demut diente unter Tränen und vielen Prüfungen, die ich durch die Nachstellungen der Juden erlitten habe, wie ich nichts verschwiegen habe von dem, was heilsam ist. Ich habe es euch verkündigt und habe euch gelehrt, öffentlich und in den Häusern." 
Unsere Vorstellung von Demut ist hier auf eindrückliche Weise korrigiert, wenn der Völkerapostel bekennt, wie er den Dienst vor Gott und an den Gemeinden versteht. 
Er verschweigt nicht den Schmerz seines Herzens, die Not, die Prüfungen und Verfolgung, die ein Teil seines Apostolates waren. 
Dennoch findet man hier nicht jenen jammernde Unterton, der nach Mitleid und Verständnis schmachtet. Es ist auch nicht klagend, drohend und manipulativ, wie wir das bei solchen Aussagen vielleicht vermuten würden. 
Er tut nicht so, als würde er völlig "über allen Dingen stehen" und immer nur gleichsam "von oben herab", "aus sicherem Abstand" und in einer absurden Unverletzlichkeit handeln. 
Paulus beklagt sich nicht über die genannten Schwierigkeiten, die Nöte, die Verfolgung, sondern sie gehören für ihn dazu, wie das täglich neue Auf- und Untergehen der Sonne. 

Das gibt uns einen kleinen Eindruck von heiligem Gleichmut, der zur Demut gehört, denn durch diese Gaben findet der Mensch sowohl in den angenehmen als auch in den schweren Dingen jene Gnade, die alles nach dem "Ewigkeitswert" beurteilt und nicht allein nach der augenblicklichen, persönlichen Befindlichkeit. 

Gleichmut hat nichts mit Gleichgültigkeit oder stoischerTeilnahmslosigkeit zu tun. 

Montag, 13. Mai 2013

7. Wo. Osterzeit - Montag

Nur Mut - der Herr ist der Sieg

Foto: © Michaela Voss

7. Woche der Osterzeit - Montag

1. Lesung:       Apg 19, 1-8
Antwortpsalm: Ps 68 (67), 2-3.4 u. 5ad.6-7b (R: 33a.b)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 16, 29-33

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In der Apostelgeschichte hören wir von Paulus, der auf Jünger trifft, die noch nicht einmal etwas vom Heiligen Geist gehört hatten, als sie gläubig wurden. 
Der Völkerapostel fängt nun nicht an, ihnen zu sagen, dass sie ja nicht einmal die wichtigsten Grundlagen beherrschen würden. Er wertet sie nicht ab, er macht sich nicht lustig, kritisiert nicht lange, lamentiert nicht über die unmöglichen Zustände dieser Welt und Zeit, ... aber er lässt sie auch nicht in ihrem Unwissen. 
Wie wir es von ihm kennen, nimmt er das, was vorhanden ist und baut darauf auf. 

Das ist eines der fast vergessenen Prinzipien der unendlichen Liebe und des Heilswirkens Gottes: Gott schenkt die Natur, auf welcher die Gnade in Ewigkeit immer weiter aufbauen will. 
Paulus fragt schlicht nach der Grundlage, die vorhanden ist, die Gott gegeben hat. Er fragt nach dem, was im Herzen der Jünger bereits gewachsen ist und was Gott sich bereitet hat - und dann schenkt er den Jüngern im Wort Gottes die Sehnsucht und Einsicht in das Größere.

Ist es nicht erstaunlich, dass diese Männer sich so schnell taufen lassen, als sie "das hörten"Sie hörten! Sie hörten das Wort der Verkündigung, das Wort der Wahrheit, das Wort der Verbindlichkeit, das Wort Gottes aus dem Mund seines Apostels. 
Was für eine Vollmacht und Beredsamkeit hatten diese wenigen Worte eines Paulus, die anscheinend so schnell die Herzen erreichten, nicht nur den Verstand. 
Es ist immer das Geheimnis der Wirksamkeit des Heiligen Geistes, der bereits die Fähigkeit schenkt: "wollen zu können" noch bevor ER sich selbst ausgießt und eine immer mehr überströmende Fülle schenkt. Diese Gabe des Heiligen Geistes dürfen wir auch heute immer neu erbitten.
Wenn wir mehr Zeit damit verwenden wollten, nach dem zu suchen, was Gott bereits geschenkt und grundgelegt hat, statt über das fehlende Optimum zum jammern ... wie viel würde das Zeugnis des Wortes Gottes auch in unserem Leben und durch unser Wort bewirken, in der Kraft des Heiligen Geistes?

Montag, 6. Mai 2013

1 Woche Pause

© Michaela Voss
Aus persönlichen Gründen können die Betrachtungen erst wieder nächste Woche ab Montag fortgeführt werden.


Samstag, 4. Mai 2013

5. Wo. Osterzeit - Samstag

 Zur rechten Zeit - am rechten Ort

5. Woche der Osterzeit - Samstag

1. Lesung:       Apg 16, 1-10
Antwortpsalm: Ps 100 (99), 2-3.4-5 (R: vgl. 1)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 15, 18-21
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In der heutigen Lesung hören wir u.A., dass es den Aposteln "vom Heiligen Geist verwehrt wurde, das Wort in der Provinz Asien zu verkünden," 
Es ist ein Geheimnis Gottes, dass es eine "rechte Zeit" und einen "rechten Ort" und ein "zur rechten Zeit  - am rechten Ort" gibt und dass es in Gottes Plänen keine Pauschalität und Vereinheitlichung gibt.
Da regt sich in uns doch gerne die Rebellion. 


  • Warum sollten sie denn eigentlich nicht dorthin gehen? 
  • Ist das wirklich Gottes Geist, der verbietet, dass man das Evangelium in einer bestimmten Region verkünden soll? 
  • Haben die Leute in der Provinz Asien denn kein Recht darauf? Sind sie vielleicht benachteiligt? 
  • Werden da nicht "Randgruppen" gebildet und diskriminiert?
  • Gott kann doch nicht die Verkündigung dort verwehren wollen? 
  • Das ist doch total ungerecht. 
  • Das ist ist ja fast Diskriminierung einer Volkseinheit aufgrund geographischer Benachteiligung. ... Da muss man doch etwas dagegen unternehmen. Da müsste man doch hinterfragen dürfen, ob das wirklich Gottes Plan ist, denn Gott liebt doch alle Menschen, oder? 
  • Warum liebt er dieses Leute dann nicht und will ihnen die frohe Botschaft vorenthalten? 
  • Darf Gott das überhaupt: Einzelnen etwas verbieten, was alle anderen aber haben? ... 
  • Unzählige Fragen und vielleicht sogar Zorn und Trotz oder Ungehorsam könnten hier aufbrechen. 

Doch bei den Aposteln erkennen wir von all dem nichts. 
Sie haben im Heiligen Geist erkannt, dass Gott ihren Dienst dort nicht wünscht und gehen einfach dorthin, wo ihre Verkündigung Segen verheißt, weil Gott sie dorthin gehen lässt.
Dabei ist es nicht so, dass sich Gott der Provinz Asien verweigert hätte - es schien nur nicht der rechte Zeitpunkt, denn später wird von dort immer neu die Rede sein. 

Manchmal braucht es ein weises Abwägen, wohin man geht bzw. wohin man JETZT nicht gehen soll. Wir haben schon oft die Kriterien betrachtet, auf die es dabei ankommt. 

Donnerstag, 2. Mai 2013

5. Wo. Osterzeit - Freitag

Weg vom "ich" - hin zum "Du"!


5. Woche der Osterzeit - Freitag
1. Lesung:       Apg 15, 22-31
Antwortpsalm: Ps 57 (56), 8-9.10-11 (R: vgl. 10a)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 15, 12-17
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Die Apostelgeschichte berichtet vom Sendschreiben der Apostel und Ältesten in Jerusalem, mit dem sie Paulus, Barnabas und einige Weitere nach Antiochia schicken, mit Antwort auf die Fragen wegen den überlieferten, jüdischen Regeln für die Christen, die aus der nichtjüdischen Welt zum Glauben gekommen waren.
"Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen," das ist ein Satz, den man näher betrachten darf. 

Wir haben in den vergangenen Tage öfter in den Lesungen festgestellt, dass der Maßstab für Urteilsfindung, selbst in heftigen Auseinandersetzungen, das Wort und die Offenbarung Gottes sein müssen, wenn man nicht im Chaos versinken will.
Hier wird noch etwas Wichtiges festgehalten, nämlich dass die Predigt von nicht autorisierten, nicht gesendeten und nicht beauftragten Jüngern für Verwirrung und Aufregung gesorgt hatte. 
Wenn man nur allein seine eigene Meinung und diese dann auch noch kurzerhand als Gottes Willen verkündet - wenn man sich nicht in die Ordnung der Kirche einfügt und rück-bindet ..., sondern eigenwillig meint, Gottes Wort auslegen und verkünden zu können, ... hat das häufige, schlimme Auswirkungen. "Wir haben gehört, dass einige von uns, denen wir keinen Auftrag erteilt haben, euch mit ihren Reden beunruhigt und eure Gemüter erregt haben." 
Wie viel Spaltung, wie viel Unheil, wie viel Elend, Verwirrung, Streit und Trennung durch ein solches Handeln entsteht, ist bis in die jüngste Geschichte der Kirche immer neu deutlich zu sehen. Eigene Animositäten, die eigene Geschichte, eigene Gewohnheiten, eigene Lösungen ... immer wenn man sich selbst zum Maßstab macht, kann es fatale Folgen haben. Es kommt dann zu dann zu Verwirrung, Streit, Zorn, bis zu Hass und Spaltung. 
Darum gibt es nach dem Vorbild Jesu, der in allem dem Vater gehorsam war in der katholischen Kirche eine heilsame Rückbindung an die gemeinsame, offizielle Lehre. 

5. Wo. Osterzeit - Donnerstag

Neue Motive und Motivation  

5. Woche der Osterzeit - Donnerstag

1. Lesung:       Apg 15, 7-21
Antwortpsalm: Ps 96 (95), 1-2.3 u. 10 (R: vgl. 3a)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 15, 9-11
Direkt zum      Schott-Messbuch

Die Lesung aus der Apostelgeschichte setzt die Streitfrage der Beschneidung fort. Petrus erhebt die Stimme und spricht in großer Klarheit aus, woran die Erkenntnis und die Entscheidung sich orientieren muss. 
Es geht nicht um das, was die Leute gerne hätten, was man gewohnt ist, was einzelne Meinungen sind. Es gibt keine "Meinungsumfrage" bei den Leuten - sondern eine Anfrage an Gott. Was ist von Gott bestätigt und wodurch ist es bestätigt.

Der Heilige Geist ist hier der große Lehrer und Offenbarer, denn er ist die Gabe, die ausgegossen ist und Zeugnis gibt, von der Autorität Gottes und seiner Gnade - auch in der aktuellen Streitfrage. Das ist theologisches Nachdenken - weil die Logik und das Nachdenken sich auf Gott bezieht uns sich von ihm her definiert.
Der Heilige Geist und sein Wirken sind hier der Maßstab für die Erwägungen und die Entscheidung. Dabei wird die Heilige Schrift mit den Propheten zu Rate gezogen - also die geschriebene, überlieferte Selbstoffenbarung Gottes und man gibt der Gnade allen Raum für den Weg, der bisher noch nicht offen stand.

Das ist für uns heute von größter Bedeutung, die wir beinahe alles immer nur nach den egozentrischen Motiven beurteilen. Wir fragen fast immer: 
  • Wie gefällt mir das? 
  • Was habe ich davon? 
  • Wie stehe ich dann da? 
  • Wie geht es mir?
  • Benachteiligt mich das, oder bringt es einen Vorteil?
  • Was werden die Anderen sagen oder denken?
  • Was wird es mich kosten? ...
Hier wird hingegen gemessen nach den Kriterien:
  • Wie gefällt das Gott? 
  • Wie verherrlicht sich der Herr darin? 
  • Was will er? Was tut er? 
  • Was sagt er dazu / was hat er dazu schon gesagt? 
  • Was hat es ihn gekostet und welchen Preis hat er bereits gezahlt? 
  • Wie dient es dem Herrn und den Menschen? 
  • Was bleibt und was wird neu? 
  • Was darf bewahrt sein, was will erneuert werden - im Blick auf die heilige Schrift und das Wirken Gottes durch die Gnade in dieser Zeit?
  • ...
Wo vorher der Mensch in langer Gefangenschaft auf sich selbst geworfen blieb - ist in Jesus Christus ein neues Gesetz geschenkt und auch erkannt: Aus Gnade in Jesus Christus.

Mittwoch, 1. Mai 2013

5. Wo. Osterzeit - Mittwoch

Gesendet sein und bleiben dürfen 

5. Woche der Osterzeit - Mittwoch

1. Lesung:       Apg 15, 1-6
Antwortpsalm: Ps 122 (121), 1-3.4-5 (R: 1b)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 15, 1-8
Direkt zum      Schott-Messbuch

In der heutigen Lesung wird ungeschönt davon berichtet, dass es in der Urkirche zu "heftigen Auseinandersetzungen" zwischen Paulus, Barnabas und den Verfechtern der Beschneidung nach dem Gesetz des Alten Bundes. 
Von "großer Aufregung" ist die Rede und man entscheidet sich letztlich, dass einige nach Jerusalem gehen sollen, um mit den Aposteln und Ältesten diese Frage zu klären.
Wenn man das so hört, dann sind da sofort Assoziationen in unseren Gedanken, die uns dies betrachten lassen. 
Was denken wir bei diesen Worten?
Große Aufregung und heftige Auseinandersetzungen? 
Wie stellen wir uns das vor? 
Was ist damit unserer Meinung nach ausgesagt?

Wie war das damals wohl?
Haben sie sich gegenseitig beschimpft? Haben sie böse gestritten? Waren sie wütend, beleidigend oder ironisch? Ging es zynisch, rechthaberisch und verbohrt zu? Waren die Parteien uneinsichtig und verstockt in ihrer eigenen Meinung gefangen? 
Waren die Parteien gegeneinander aufgebracht? Waren sie sich wie Feinde gegenüber gestanden, die ihre Positionen verfochten und den anderen mit Argumenten und Beweisen apologetisch in die Enge zu treiben suchten? 
Waren sie in zwei Parteien zerbrochen, in zwei Lager gespalten? 
Waren es laute Wortgefechte? War es eine Situation der Härte, der Lieblosigkeit und kalter Berechnung? War es böse und dunkel? War es vielleicht so richtig gemein, unsachlich, emotional und richtig heftig? ...? 
Was kann alles mit den Worten "große Aufregung und heftige Auseinandersetzungen" assoziiert werden?

Es könnte andererseits doch vielleicht auch eine ganz "große Aufregung" gewesen sein, die eher mit inspirierter, innerer Erschütterung statt mit Zorn einherging. 
War es vielleicht eine Aufregung voller Ernsthaftigkeit, die nicht den Frieden - den Heiligen Geist - verliert, sondern mit dem Einsatz des ganzen Herzens eine wichtige Frage mit heftiger, innerern Anteilnahme zu lösen suchte?
War es eine "Aufregung", die einem inneren Aufbruch ähnelte? 
Waren sie voller Zorn gegeneinander oder voller Bereitschaft und Sehnsucht nach Gott, die nicht davor zurück schreckt, auch schwierige Angelegenheiten ungeschminkt und mit aller Ehrlichkeit und mit dem ganzen Einsatz des Herzens anzugehen? 
War das eine Aufregung der bösen Art, oder eine Aufregung der heiligen Art?

Dienstag, 30. April 2013

5. Wo. Osterzeit - Dienstag

Friede in Schwierigkeiten  

5. Woche der Osterzeit - Dienstag

1. Lesung:       Apg 14, 19-28
Antwortpsalm: Ps 145 (144), 10-11.12-13b.20-21 (R: vgl. 12a)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 14, 27-31a
Direkt zum      Schott-Messbuch

Die Apostelgeschichte berichtet von der Steinigung des Paulus mit einer Gelassenheit, als wäre sie fast zu erwarten und gar nicht so außergewöhnlich gewesen. Ein einziger Satz wird darüber geschrieben. Der nächste Satz berichtet dann schon von der Unerschrockenheit und der unfassbaren Haltung des Paulus, der "aufsteht und in die Stadt" zurück geht, die ihn gerade noch gesteinigt und aus ihren Mauern heraus geschleift hatte. Dann zieht er mit Barnabas weiter.
Eine Steinigung ist keine Kleinigkeit, sondern eine grausame, langsame Hinrichtungsart, die hier in Form von Lynchjustiz an Paulus vollstreckt wurde! Von Kopf bis Fuß muss Paulus voller Wunden und schwerer Prellungen gewesen sein. Zumindest hatte er wohl auch das Bewusstsein unter dem Steinehagel verloren, denn man meinte ja, dass er tot sei, als man ihn aus der Stadt schleifte und liegen ließ.
Er aber steht wieder auf und geht zurück und zwar ausgerechnet zurück in diese Stadt, bevor er sie für eine Weile verlässt. Als ob das nicht genug wäre, kehrt er wieder dorthin zurück, um den dort verbliebenen Jüngern Mut zu zusprechen. 
Ist das zu fassen? 

Montag, 29. April 2013

5. Wo. Osterzeit - Montag

Gott oder Welt - welches Echo zählt


5. Woche der Osterzeit - Montag

1. Lesung:       Apg 14, 5-18
Antwortpsalm: Ps 115 (113 B), 1-2.3-4.15-16 (R: 1ab)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 14, 21-26
Direkt zum      Schott-Messbuch

Die Apostel müssen wieder einmal fliehen, weil ihnen Misshandlung und Tod drohten. 
Was hier immer neu erstaunt - dass sie nicht resignieren, nicht herum jammern, sich nicht einfach nur zurück ziehen, sich dem Auftrag der Verkündigung entziehen. Nein, sie müssen wohl fliehen, müssen immer neu alles aufgeben, dürfen die Frucht ihrer Mühen kaum sehen, ... und doch geben sie niemals auf, sondern - im Gegenteil - sie nutzen die Situation immer in Gottes Namen voll und ganz für das Werk Gottes. Sogar das Exil wird für sie zur Gnade, weil es einen neuen Ort der Verkündigung bedeutet!
Was für ein Mut und welche Zuversicht! Sie schauen nicht darauf, wie sie sich fühlen, was es ihnen bringt, ob sie anerkannt oder verjagt werden.

Wenn wir dagegen auch einmal von den Leuten nur schief angesehen oder kritisiert werden, dann sind wir vielleicht schon schnell gekränkt, ziehen uns zurück, gehen in die Defensive und wollen so ein Risiko kaum nochmal eingehen. 
Wie viel Zeugnis und Verkündigung bleiben in solch selbst-bezogener Haltung in unserem Leben unfruchtbar, weil wir es wichtiger finden, dass wir anerkannt, respektiert, geliebt und gelobt werden? Wie oft verraten wir die Gabe Gottes, geben auf, wollen uns nur wie kleine Igel einrollen und stellen unsere "Stacheln" auf, weil wir uns benachteiligt, bedroht oder gekränkt fühlen, ... statt aus jeder Lage heraus der Gnade den Vorrang zu geben und sie zu nutzen.

Es ist das Phänomen unserer falschen "Echogebundenheit", das hier so gegenteilige Früchte trägt, wie bei den Aposteln. 

"Echo-Bindung" an die Welt - das ist gerade auch deshalb ein Lieblingthema, weil man selbst täglich neu umkehren lernen darf, wo man in diese geistliche Falle tritt und es einem wichtiger ist, was die Menschen denken. Wie oft ist das Maß unseres Urteils nur das, was uns nützt, gefällt, entspricht, ... als das, was der Herr will und wie er urteilt, was er schenken will, was die Gnade in ihrer verwandelnden Kraft verborgen schon bereit hält ...! 

Samstag, 27. April 2013

Freitag, 26. April 2013

4. Wo. der Osterzeit - Samstag

Der VATER - verherrlicht im SOHN - in uns 

4. Woche der Osterzeit - Samstag

1. Lesung:       Apg 13, 44-52
Antwortpsalm: Ps 98 (97), 1.2-3b.3c-4 (R: vgl. 3cd)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 14, 7-14
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"Wie es war im Anfang, so auch jetzt ...", das sieht man heute deutlich an der Lesung aus der Apostelgeschichte. Es ist immer wieder das Gleiche: Eifersucht, Diskussionen, Beschimpfungen durch die Einen und doch auch Freude und Lobpreis Gottes in neuem Glauben bei den Anderen. Das Wort Gottes lässt sich nicht aufhalten, sondern verbreitet sich weiter. Wunderbar ist, dass hier geschrieben steht: "Das Wort des Herrn aber verbreitete sich in der ganzen Gegend." 

Es ist DAS WORT, das aus sich wirksam ist, das SICH verbreitet, denn es ist nicht nur irgendein Wort, sondern dahinter steht das EWIGE WORT mit aller Vollmacht und Herrlichkeit, mit seinem Sieg über Tod und Hölle und der lebenserweckenden Kraft Gottes, die alles überwindet. 
Wenn man diese Gnade des Wortes auch nur anfanghaft und ohne den eigenen, alles verzerrenden Anspruch auf Rechthaberei, auf Besserwisserei .. ansieht - muss man da nicht einfach voll Freude Gott loben und preisen, wie die Heiden? 

In ihnen finden das Wort Gottes und seine Wunder ein kostbares Echo und das Wort trägt sie gleichsam auf den Flügeln des Geistes hinein in die Freude des Himmels, der immer und überall die Liebe und das Erbarmen Gottes erkennt und ehrt.
Die "Frommen" und "Selbstgerechten" aber kennen hier nur Zorn aus Eifersucht, fürchten ihre Besitzansprüche und eigenen Ideen zu verlieren, suchen nach dem Schatten, ... und wollen Gott vom Thron stoßen, um selbst darauf Platz zu nehmen.

Es ist beinahe ein "Klassiker", wenn wir lesen, dass die "vornehmen Leute" aufgehetzt werden, denn wer weltliche und politische Macht besitzt, gilt als mächtig und als Sicherheit. 

4. Wo. Osterzeit - Freitag

Geistlicher "Routenplaner" 


4. Woche der Osterzeit - Freitag

1. Lesung:       Apg 13, 26-33
Antwortpsalm: Ps 2, 6-7.8-9.10-11 (R: 7bc)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 14, 1-6
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In der heutigen Lesung legt Paulus wieder die prophetischen Worte der Heiligen Schrift seiner Verkündigung des Evangeliums zugrunde.
Alles ist in Gottes Plan eingebunden und durch Gottes Gnade geheilt. Paulus sagt nicht, dass es richtig war, den Herrn ohne Grund zu töten ... er sagt jedoch, dass Gottes Gnade und Herrlichkeit das Tun des Menschen nicht nur überwindet und in der Auferstehung wandelt, sondern auch, dass er alles im Voraus verkündet hat, damit selbst die Sünde der Verherrlichung Gottes dienen muss, weil sie bereits erkannt war und doch die Gnade über sie triumphierte.
Wir stehen oft vor dem Rätsel, ob denn alles vorherbestimmt ist - dann wären wir ja unfrei und keine unserer Taten müsste dann von uns verantwortet werden. Gottes Allwissenheit und Allmacht bedeutet nicht, dass wir Marionetten sind, sondern dass er um jede mögliche Variante unserer Entscheidungen und deren weitreichende Folgen weiß - und die Macht besitzt, alles zu wandeln, wenn wir der Wandlungsgnade zustimmen und sich nichts seiner Allmacht entzieht. Nichts kann Gottes Herrlichkeit mindern - er jedoch will unsere Seligkeit mehren - in jeder denkbaren Situation - sofern wir der Gnade folgen.

Donnerstag, 25. April 2013

4. Wo. Osterzeit - Donnerstag

Alles zur rechten Zeit

4. Woche der Osterzeit - Donnerstag

1. Lesung:       Apg 13, 13-25
Antwortpsalm: Ps 89 (88), 2-3.20a u.4-5.27 u. 29 (R: 2a)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 13, 16-20
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In der heutigen Lesung greift Paulus in seiner Verkündigung das auf, wofür die versammelte Gemeinde Verständnis haben konnte. Er spricht zuerst von der Geschichte des Volkes Gottes, um ihnen anhand des Bekannten schließlich das Neue zu erschließen. 
Hier kommt das Prinzip gut zur Geltung, dass Gott in Geduld vorbereitet, um das Größere schenken zu können. Gott legt einen Grund, ebnet den Weg, um den Menschen über ein anfanghaftes Begreifen hin zum Wachsen in die ewige Weisheit zu führen.
Es ist das Geheimnis, dass die Gnade zunächst in der Natur ihre Grundlage sucht und sich darin einen Boden bildet, auf dem sie weiter wachsen will.
Paulus warf das Alte nicht einfach über den Haufen, sondern in seiner großen Begabung griff er das Vorhandene auf, um darauf aufbauend das Wort des Evangeliums zu verkünden.

Wie gerne wollen wir (wie in unserer Konsumwelt üblich) immer nur das fertige Produkt, ohne Fehler, Makel oder Gebrauchsspuren. 
Auch im geistlichen Leben wollen wir manchmal einfach lieber alles wegwerfen, statt in Achtsamkeit und heiliger Ehrfurcht den Weg zu finden, der uns Gottes Plan durch alles hindurch offenbaren kann und will. Wachstum, Reife, Wandlung. Es ist nicht die Art Gottes, einfach das Alte nur zu verwerfen, weil man Neues will. 
Der Herr schenkt uns seine Gnade bevorzugt im Geheimnis der heiligen Wandlungskraft - auf so vielerlei Weise! 

Mag die Vergangenheit noch so viele Mängel aufweisen, mag es noch so viel Scheitern und Schwächen darin geben, mag es noch so arm und erneuerungsbedürftig sein ... der Herr will wandeln, nicht zerstören!
Die heilige Kirche wird nicht erneuert, indem man alles verwirft ... sondern indem man im kostbaren Faden der Geschichte die Spur der Liebe und der Erlösung findet, um bereitet zu werden, für die Gabe des Augenblicks.

Dienstag, 23. April 2013

4. Wo. Osterzeit - Mittwoch

Der Blick in Gottes Angesicht - der große Unterschied 

4. Woche der Osterzeit - Mittwoch

1. Lesung:       Apg 12, 24 - 13, 5
Antwortpsalm: Ps 67 (66), 2-3.5.7-8 (R: 4
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 12, 44-50
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In der heutigen Lesung finden wir ein kostbares Beispiel für Gottesdienst, Berufung, Bevollmächtigung und Sendung. "In jenen Tagen wuchs das Wort des Herrn und breitete sich aus." 
Wie sehr wünschen wir uns das doch auch für unsere Gemeinden, für unser Leben, für unsere Welt. In der Kirche des Anfangs war viel Bewegung. 
Immer neue Schwierigkeiten, Verfolgung und ständig wechselnde Umstände erforderten eine große Bereitschaft, sich der Gnade des Augenblicks zur Verfügung zu stellen und immer aufmerksam dem Ruf Gottes zu lauschen. 
Es gab keine Sicherheit, keine Statistik, keine Prognosen - außer der Sicherheit des Wortes Gottes, seiner Zusage und dem Glauben, dass der Herr es ist, der wirkt und sendet.

Wie wertvoll ist hier gerade auch die klare Aussage heute, in der berichtet wird, dass Gott unter ihnen wirkt: "Als sie zu Ehren des Herrn Gottesdienst feierten und fasteten"
Der Gottesdienst, das Fasten - waren nicht zuerst eine attraktive Veranstaltung für die Gemeinde, ein gewohnheitsmäßiges, nettes Zusammenkommen ... sondern es war "ZU EHREN DES HERRN" und es war geprägt von Hingabe, von Opfer und Opfermut, von echter, vertikaler Ausrichtung - hin zu Gott, um Seinetwillen, im Gehorsam ihm gegenüber und seinem Auftrag durch Jesus Christus.

Gottesdienst ist hier GOTTES-Dienst im doppelten Sinn.
Zuerst ist es immer Gott selbst, der sich uns zuneigt, der sich dem Geschöpf zuwendet. Der Dienst Gottes an uns ist ein mächtiges Geheimnis, das in Jesus sichtbar wurde. Dann darf der Mensch teilhaben im Dienst vor Gott und aneinander. 
Uns ist im Dienst Gottes dann erlaubt und anvertraut, Gott ähnlich zu werden.

Montag, 22. April 2013

4. Wo. Osterzeit - Dienstag

Gnade oder Katastrophe 

4. Woche der Osterzeit - Dienstag

1. Lesung:       Apg 11, 19-26
Antwortpsalm: Ps 87 (86), 2-3.4.5 u. 7 (R: Ps 117 [116], 1)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 10, 22-30
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Die Lesung aus der Apostelgeschichte berichtet von der Mission unter den Juden und den Heiden. Die Verfolgung, die wegen Stephanus entstanden war, hatte zur Folge, dass die Jünger "versprengt" wurden. Eine Katastrophe? Furchtbar? Man konnte nicht mehr in der Heimat bleiben, man musste flüchten! Eigentlich eine Tragödie.

Wenn man in unseren Tagen um sich blickt und hört, was beispielsweise für ein Drama daraus gemacht wird, wenn Gläubige für die Heilige Messe in einen Nachbarort innerhalb einer Pfarreiengemeinschaft gehen müssten, ... wie man die Bequemlichkeit zelebriert und über jede kleinste Mühe jammert, die das Glaubensleben abverlangen könnte, ... dann ist diese Lesung eine echte Herausforderung. 
Die Christen damals mussten fliehen, mussten Haus und Hof verlassen, wurden "versprengt". Aber wo ist hier die Jammerei geblieben? Wo ist hier der Protest? Wo ist hier nur der ganze Ärger?
Stattdessen lesen wir, dass die Umstände, die für uns einfach nur schrecklich wären (und ja auch wirklich furchtbar waren) ... dass genau diese Umstände der Verbreitung des Wortes Gottes dienten, denn die Christen brachten überall den Herrn und das Wort über die Erlösung mit. 
Wohin sie kamen, dorthin kam auch das Evangelium!
Die schmerzliche Katastrophe wird hier dienstbar und wir hören keine Bitterkeit in der Apostelgeschichte, die wenigstens ein bisschen jammern will und über die bösen Verfolger schimpft. Nein - der Focus ist die Verkündigung.

Sonntag, 21. April 2013

4. Wo. Osterzeit - Montag

Gute Hirten oder Elektro-Zäune 

Bild Public domain

4. Woche der Osterzeit - Montag

1. Lesung:       Apg 11, 1-18
Antwortpsalm: Ps 42 (41); 2-3; Ps 43 (42), 3.4 (R: Ps 42 (41), 3a)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 10, 1-10
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Wenn wir in der Lesung heute von Petrus hören, der Zeugnis von Gottes Erbarmen gibt, dann könnte uns klar werden, dass die Urgemeinde durchaus immer neu lernen durfte, dass Gottes Wege größer sind, als menschliche Interpretationen seiner Wege. Petrus musste die gewohnten Strukturen durchbrechen. Das Gesetz Gottes will sich in neuer Fülle offenbaren. 
Was hier jedoch sehr wichtig ist - nicht weil es seine eigene Idee war, weil er das jetzt einfach mal "machen" wollte, ... sondern weil Gott ihm diesen Weg aufgezeigt und ihn dazu aufgefordert hat. 
Eine unmittelbare Gotteserfahrung in Visionen scheint damals durchaus fast "normal" gewesen zu sein, denn mit einer eigentümlichen Selbstverständlichkeit wird hier davon gesprochen. Gott fordert Petrus auf, etwas zu tun, was ihm völlig gegen das Verständnis geht, weil es verlangt, was bisher nicht erlaubt war. Gott selbst erklärt und offenbart im Bild und Gleichnis seine Liebe über das erwählte Volk hinaus.
Dabei sind mehrere Aspekte interessant. Ein Engel Gottes hat den Hauptmann Cornelius beauftragt, Petrus zu sich zu rufen, um von ihm die Botschaft des Heiles zu empfangen. Damit ist Petrus in seiner Vorrangstellung und seiner Berufung als Apostel deutlich dargestellt. Er selbst wird durch Gott auf diese Aufgabe vorbereitet, indem Gott ihm die Prioritäten und die tiefere Wahrheit in der Vision und im Wort des Geistes offenbart.
Damit ist klar, dass hier die übernatürlichen Ereignisse und das Eingreifen Gottes in klarem Zusammenhang zur Berufung und zum Auftrag Gottes stehen, die dem Apostel eine besondere Position geben. Er wird ausgerüstet, um die neue Situation beurteilen zu können, um Gottes Willen zu tun, um Gottes Wort vollmächtig und ohne Furcht überall zu verkünden. Es entspricht nicht den Erwartungen des normalen Denkens - es entspricht der Weisheit Gottes. Die Autorität des Petrusamtes beinhaltet auch die Vollmacht in Gottes Plan neue Gesetze zu erkennen und sie umzusetzen.

Nun berufen sich heute viele "Visionäre" darauf, dass sie auch die Traditionen nur deshalb durchbrechen möchten, weil sie sich von Gott berufen fühlen, ... aber diese Lesung beschränkt sich nicht auf die Vision, sondern hier ist ein Kriterium zu finden, das man auch heute anlegen darf und muss, wenn es um "Erneuerung und Veränderung" im "Auftrag Gottes" geht, um den Heiligen Geist vom "eigenen Vogel" zu unterscheiden.

1. Der heilige Engel, der zum Hauptmann gesendet ist, verkündet ihm nicht das Evangelium, sondern verweist ihn auf Petrus! Das ist immens wichtig, denn hier offenbart sich die heilige Ordnung, die von Gott selbst geschaffen ist. 

Keine Betrachtung heute

 Die Sonntagsbetrachtung entfällt wieder.

Alternativ heute Gedanken zum Priestertum im Partnerblog von www.jahrdesglaubens.de
Foto © Michaela Voss (auch als Karten www.agnus-dei-verlag.de)

Samstag, 20. April 2013

3. Wo. der Osterzeit - Samstag

Früchte, Reife und das Geheimnis der Liebe 

Karte © Michaela Voss www.agnus-dei-verlag.de

3. Woche der Osterzeit - Samstag

1. Lesung:       Apg 9, 31-42
Antwortpsalm: Ps 116 (115), 12-13.14-15.6-17 (R: 12)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 6, 60-69
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In der heutigen Lesung wird uns vom Fundament der Kirche Zeugnis gegeben: es ist die Hilfe des Heiligen Geistes, der wirkte, wo die Kirche Gottes in der Furcht vor dem Herrn lebte und in ihm gefestigt wurde. 
Wie kostbar ist dieses Zeugnis für uns heute und wie aktuell. Friede ist eine Frucht des Geistes, die im Heiligen Geist wirksam ist. Das bedeutet aber nicht, dass es immer nur "Frieden" nach außen geben muss, wie wir das fälschlicherweise oft denken. Der Friede Gottes ist mehr, als nur Gemütlichkeit! Der Friede Gottes kann im tiefsten Schmerz, im Kampf, in Not und Kreuz, im Ringen und im Alltagsmühen wirksam sein und all dies heiligen, wandeln und durchstrahlen, so dass wir in all diesen Dingen niemals den Blick auf Gott verlieren, sondern im Herrn gegründet sind und so alles überwinden. Diesen Frieden kann man nicht machen, nicht herbeidiskutieren, nicht zwingen, ... sondern erbitten und empfangen, denn er ist Gabe und Frucht des Geistes Gottes. 
Da er "Frucht" ist - steht er meist nicht gleich am Anfang, sondern als Frucht in Reife auch im geistlichen Leben. Wer glaubt, dass man immer schon die Früchte ernten und genießen kann, noch bevor das Samenkorn sich in die Erde senken lässt, bereit zum sterben ist, sich selbst hingibt, ... wer denkt, dass man nicht das Wachstum, die Pflege in Geduld, die nötigen Hilfen und "Beschneidungen", ... des Glaubens- und Lebensbaumes erst erfahren wird, ... sondern meint, dass man die Früchte von den Wurzeln erntet, oder dass die Früchte vor den Blüten zu ernten sind, ... der wird ständig neu enttäuscht sein.

Früchte brauchen Wachstum und Reife und die Frucht des Friedens wächst vor allem aus den Blüten der Opferbereitschaft und Hingabe im Gehorsam. 
In der Sonne der Liebe und Güte Gottes, getränkt vom Wasser der Gnade und des Erbarmens ... wächst der Friede im Herzen des Menschen als köstliche Frucht aus den Gaben des Heiligen Geistes in unserem Leben.